Grundlage der Evolution ist die Mutation. Jede Replikation der DNA, der Zellteilung, treten immer wieder Fehler auf. Diese Fehler können vielerlei Ursachen haben: Umweltgifte oder bereits vorliegende Erkrankungen gehören mit zu den Häufigsten. Die wenigsten dieser Mutationen prägen sich im Erscheinungsbild des Lebewesens aus, weil sie Teile der DNA betreffen, die zwar in der Entstehungsgeschichte des modernen Menschen wichtig waren, heute aber keine Funktion mehr erfüllen. Überbleibsel aus unserer Geschichte. Sind jedoch benützte Bereiche der DNA betroffen, so manifestiert sich diese Mutation auch im sogenannten Phänotyp, dem Erscheinungsbild des Lebewesens.
Ab diesem Moment beginnt die Selektion zu greifen. Mutationen sind an sich weder schlecht noch gut, doch sind sie in der Lage, die Anpassung des Lebewesens an seine jeweilige Umwelt zu verändern. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der sogenannte Industriemelanismus. Im Europa der beginnenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzten sich diejenigen Schmetterlinge durch, die durch spontane und zufällige Mutationen ein dunkles Erscheinungsbild erreichten. Dadurch waren sie auf den durch den Ruß der Fabriken ebenfalls dunkel gefärbten Bäumen kaum zu erkennen und somit sicher vor Fressfeinden.
Evolution ist also kein zielgerichteter Vorgang in Richtung Fortschritt oder Weiterentwicklung. Sie ist ein aufgrund zufällig passierender Mutationen ausgelöster Prozess, der bessere Anpassung an die jeweilige Umwelt mit höherer Fortpflanzungswahrscheinlichkeit beantwortet. Survival of the fittest meint also nicht das Überleben des Stärkeren, sondern die Wahrscheinlichkeit seine Gene zu vererben.